Die Grünen im Kreis Biberach

Gerechtigkeit und sozialer Zusammenhalt - MdB Franziska Branter informierte beim Besuch in Biberach

Die Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, Franziska Brantner, war zu Gast im Kreis Biberach. Am Mittag traf sie sich mit dem Leiter der Caritas in der Region Biberach, Peter Grundler, und Josef Thanner, Fachleiter integrierte Hilfen für Familien, um sich über die Situation sozial benachteiligter Kinder im Kreis zu informieren.

Abends luden die Grünen zum Gesprächsimpuls mit Diskussion ein. „Ein Fünftel unserer Kinder sagen laut der neuesten World Vision Studie: Ich gehöre nicht dazu!“, begann Brantner ihren Vortrag. Damit drückten diese Kinder ein Benachteiligungsgefühl aus, das für ein reiches Land beschämend sei. Aber die Schere der Ungleichheit zwischen Arm und Reich sei weit offen und träfe zuerst die Kinder. Und der Satz Reichtum vererbt sich, lasse sich mehr denn je ergänzen mit: Armut auch. Inzwischen studierten 70% der Akademiker- und Mittelschichtskinder, aber nur noch 17% aus der Arbeiterschicht. Deshalb müsse Geld in gute Kinderbetreuung investiert werden.

Dabei seien weniger Gruppengrößen für den Erziehungserfolg entscheidend, als viel mehr gutes und differenziertes Personal. Brantner stellte ein Elternzeitmodell vor, wie es in Skandinavien praktiziert wird. Von insgesamt 24 Monaten Elternzeit bekämen Väter und Mütter je acht Monate. Die restlichen acht Monate könnten sich Eltern oder Großeltern teilen. Dass Kinder in unserer ländlichen oberschwäbischen Region ebenso Bewegungsmangel, Überbehütung durch Elternhäuser, aber auch zu eng getaktete Tagesabläufe haben, wie Brantner dies von den Großstadtkindern aus Berlin kennt, bestärkte die Abgeordnete in ihrer Idee, für Eltern Erziehungshilfen anzubieten. Denn Studien belegen, dass Eltern sich in der Erziehung zunehmend verunsichert fühlten und Hilfe annehmen würden, sofern es Angebote gäbe.

Das Konzept der Grünen wäre ein Beratungsangebot, das die werdenden Eltern so selbstverständlich in Anspruch nehmen könnten, wie die Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft. Die Elternschulung wäre beim Frauenarzt angedockt und sollte beiden Elternteilen angeboten werden. Da unter den Gästen viele Fachleute waren, kam es zu einem interessanten Austausch. So berichteten Tagesmütter, dass ihrer Organisation eine Finanzierungskürzung von 25% anstehe. Bei fehlenden Kinderbetreuungsangeboten konnte das von den Anwesenden nicht verstanden werden. Erfreulich ist, dass die Regierung von Baden - Württemberg tags darauf die Gelder weiterhin bewilligte.

Anja Reinalter kandidiert zur Bundestagswahl

Anja Reinalter ist die Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Biberach zur Bundestagswahl 2017. Die 46-jährige Diplompädagogin setzte sich in der Nominierungsversammlung durch und freut sich nun auf den kommenden Wahlkampf. „Ich möchte den Grünen in Oberschwaben eine starke Stimme geben“, kündigte Reinalter an.

Als Biberacher Kreisrätin sowie Stadträtin in Laupheim sammelte die Mutter von drei Kindern bereits einiges an kommunalpolitischer Erfahrung, die sie nun im Bundestagswahlkampf einbringen möchte.

Neben Schwerpunkten in Familien- und Bildungspolitik plädiert Anja Reinalter auch für ein gemeinsames und weltoffenes Europa: "Ich sage mit Nachdruck nein zu rechtspopulistischer Politik und ja zu unseren demokratischen Werten und zu Europa - weil es insbesondere darum geht Frieden zu sichern!". 

Ja zu Europa – Mut zur Veränderung“ Diskussionsabend der Oberschwabengrünen

Wofür steht Europa heute? Wie steht es um die Solidarität in der Union? Was bedeutet es für das Friedensprojekt, wenn in fast allen Mitgliedsländern Rechtspopulisten auf dem Vormarsch sind? Diesen und weiteren Fragen stellten sich die Europaabgeordnete Maria Heubuch und die Bundestagsabgeordnete Agnieszka Brugger beim Diskussionsabend der Oberschwabengrünen „JA zu Europa – Mut zur Veränderung“.

Mit Eugen Schlachter diskutierten die Politikerinnen vor interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern in Aulendorf und stellten „Grüne Ideen für unser Europa“ vor. Mit bewussten Provokationen stieg der Moderator in die Diskussion ein: „Die EU ist doch im Bewusstsein der meisten Menschen nur eine Institution mit aufgeblasener Bürokratie, dunklen Hinterzimmern und schwer durchschaubaren Prozeduren.“

Maria Heubuch konterte hier deutlich: „Klima, Armut, Fluchtursachen, Steuergerechtigkeit, Menschenrechte, Landwirtschaft und Wirtschaft – das sind Themen, die wir nationalstaatlich gar nicht mehr lösen können.“ Agnieszka Brugger gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken: „Wir erleben eine junge Generation, die gar nicht mehr in nationalen Grenzen denkt. Das haben wir auch der EU und ihren offenen Grenzen zu verdanken. Das  wird viel zu schnell für selbstverständlich gehalten.“

Dem stimmte auch Maria Heubuch zu, die einem „zurück zu den Nationalstaaten“ eine klare Absage erteilte. Brugger gab außerdem zu bedenken: „Die europäischen Staaten haben alleine gar nicht mehr die Möglichkeit, die zentralen Herausforderungen zu lösen und auch in ihrer Nachbarschaft Frieden und Sicherheit zu befördern.“

Die beiden grünen Abgeordneten setzen sich auf europa- wie bundespolitischer Ebene für ein Europa ein, das demokratischer, sozialer und bürgernäher sein soll. Denn alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Abends waren sich einig: in dem Friedensprojekt Europa liegt unsere Zukunft, es bedeutet für alle Menschen mehr Freiheit und mehr Gerechtigkeit.

Mit der Veranstaltung in Aulendorf soll „Oberschwabengrün“ neu Fahrt aufnehmen. Grüne Kreis- und Ortsverbände von Ulm bis an den Bodensee haben sich hier zusammengeschlossen, um sich in der Region politisch zu vernetzen. 

Grüne Jugend wählt Vorstand

Seit knapp sechs Monaten ist der Kreisverband der Grünen Jugend in Biberach wieder aktiv. Bei der Jahreshauptversammlung wurde nun ein neuer Vorstand gewählt. David Thomanek aus Biberach und Alina Welser aus Mittelbiberach bilden die neue Doppelspitze. Des Weiteren wurden Dominik Heidger (Biberach), als Geschäftsführer und Marlene Hilber (Biberach), als Beisitzerin in den Vorstand berufen.  „Wir freuen uns auf unsere neue gewonnene Aufgabe und gehen voller Erwartungen ins neue Jahr“, kündigt Welser an.

„Wir wollen unsere Zusammenarbeit mit den Altgrünen stärken und hoffen auf eine Wiedergründung des Ring politischer Jugend in Biberach“, so der neue Vorsitzende David Thomanek. Voraussetzung für dieses Vorhaben wäre aber, dass mindestens drei Biberacher Jugendparteien diesem beitreten. Und dies sei laut der Grünen Jugend derzeit noch eine große Baustelle.

Auch die Altgrünen in Biberach gratulieren der Grünen Jugend Biberach und freuen sich auf einen gemeinsamen Bundestagswahlkampf 2016. „Endlich gibt es wieder eine Jugendpartei“, betont Kreisvorstand Michael Gross, „wir im Kreisvorstand freuen uns bereits auf neue Impulse und Sichtweisen“.

Die Grüne Jugend Biberach freut sie sich gerne über neue Mitglieder. Auf der Seite www.gj-biberach.de finden Sie dazu mehr Informationen.

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